Sklerallinsen bei GvHD

Sklerallinsen bei GvHD

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Dieser Beitrag behandelt die Problematik von stark trockenen Augen, als Nebenwirkung einer allogenen Stammzelltransplantation. Bei einer allogenen Stammzelltransplantation werden Stammzellen auf einen Empfänger übertragen. Bei der Graft-vs-Host-Disease, oder auf Deutsch Spender-gegen-Empfänger-Reaktion, wenden sich nun die Immunzellen des Spenders gegen den Körper des Empfängers. Wir erklären hier kurz die Krankheit und stellen dann die Sklerallinsen als Lösung vor. Bei Fragen richten Sie sich direkt an mich. LG Gero Mayer

Lesezeit: 4 Minuten(geromayer.de » Sklerallinsen » Sklerallinsen bei GvHD)

Graft vs Host Disease – Spender gegen Empfänger Reaktion

Ich fasse hier die Daten der Seite Kinderkrebsinfo.de zusammen.

Bei der Spender gegen Empfänger Reaktion richten sich die Immunzellen des Spenders gegen den Körper des Empfängers. Das passiert ab dem Zeitpunkt, an dem das gespendete Material anwächst und sich mit dem Körper des Empängers verbindet.
Die Abwehrzellen des Spenders haben im Grunde noch nicht verstanden, dass sie in einer neuen Umgebung sind und wehren sich heftigst. Der ganze Körper wird in diesen Vorgang mit einbezogen und macht sich oft durch eine Rötung der Haut zuerst bemerkbar. Darauf folgt eine Schädigung der Darmschleimhaut und dann der Leber.

Diese Reaktionen sind allesamt bekannt und es wird zusätzlich zu der allogenen Stammzelltransplantation eine Prophylaxe durchgeführt, um die Symptome zu verringern.

Chronische oder akute GvHD
Des weiteren wird zwischen einer akuten GvHD und einer chronischen unterschieden.
Dies bezieht sich rein auf den Zeitpunkt der Reaktion. Wenn die Symptome 100 Tage nach der Transplantation auftreten ist sie akut. Nach diesem Zeitpunkt chronisch.

Akute GvHD

Die akute GvHD richtet sich vor allem gegen die Haut, den Darm und die Leber. Es können verschiedene Symptome wie Hautausschläge, Erbrechen, Übelkeit und Beeinträchtigungen der Leber auftreten.
Diese akute Form kommt in etwa 20-40% der Patienten vor und ist teilweise sogar erwünscht.
Sie lässt sich in 4 Formen aufteilen, wobei Grad 1-2 die leichteren Formen sind und 3-4 die schwereren Verläufe darstellen. Die Formen 3-4 sind sehr sehr selten bei einem passenden Spenderprofil.
Die leichteren Formen, Grad eins bis zwei, sind bei Erkrankungen wie Leukämien sogar vorteilhaft, da sie sich gegen den Tumor, bzw. die Leukämie richten ( Spender gegen Leukämie Reaktion ).

Chronische GvHD

Als chronische GvHD wird jede Reaktion genannt, die nach 100 und mehr Tagen auftritt. Es braucht vorher nicht einmal irgendeine andere Reaktion, also dem chronischen Verlauf braucht keine akute Reaktion vorangegangen zu sein.

Diese Form äußert sich durch Symptome ähnlich einer Autoimmunkrankheit. Häufig sind nun Organe wie Haut, Augen, die Mundschleimhaut, die Speicheldrüsen, der Darm, die Leber und die Lunge betroffen.

Die chronische GvHD führt nun vor allem zu Hautveränderungen und genau da kommen wir auch gleich zu der Sklerallinse.
Bei der chronischen GvHD reagiert die Haut mit Veränderungen wie zum Beispiel Rötung, Trockenheit, Juckreiz, Veränderung der Hautfarbe und Hautverhärtungen. Und zu ausgeprägter Trockenheit von Mundschleimhaut und der Augen.

Genau bei den Problemen der trockenen Augen können wir mit Sklerallinsen entgegenwirken. Doch was überhaupt sind Sklerallinsen?

Sklerallinsen

Sklerallinsen sind meist über 16mm große Linsen, die mit Flüssigkeit gefüllt auf das Auge gesetzt werden.
Sie liegen ausschließlich auf der Sklera, also dem weißen des Auges auf.

Genau hier liegt der immense Vorteil dieser Linsen. Der Zwischenraum, der zwischen der empfindlichen Hornhaut ( dem Fenster des Auges ) und der Sklerallinse ist mit Flüssigkeit gefüllt.
Vielleicht sogar Eigenserum. Über Eigenserum haben wir schon in anderen Artikeln berichtet.
Dieses Serum wird aus dem eigenen oder Spenderblut hergestellt. Es beinhaltet viele wunderbare Eigenschaften und Wachstumshormone, die der Regeneration des Auges gut tun.

Ein weiterer Vorteil der Sklerallinsen liegt in der sehr guten Verträglichkeit dieser Versorgung. Mit der Sklerallinse wird keine empfindliche Nervenfaser des Auges berührt. Auch die Augenlider gleiten sehr schonend über die Lider. Das führt zu einer besonders spontanen und langanhaltenden Verträglichkeit dieser Linse.

Die Anpassung erfolgt mittels Messlinsen und einer genauen Spaltlampenuntersuchung. Diese Sklerallinse setzt ein großes Wissen der Anatomie des Auges und Erfahrung voraus.

In meiner Sprechstunde passe ich diese Linsen regelmäßig an und habe jederzeit Kontakt zu Ärzten zur augenheilkundlichen Unterstützung.
Ein Vorteil der Kooperation mit der Uniklinik Frankfurt am Main.

Gero Mayer · Der Augenoptikermeister

 

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Quelle :
https://www.kinderkrebsinfo.de