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Sklerallinse bei Keratokonus: Wenn die Hornhaut sich wölbt – und plötzlich wieder klare Sicht möglich wird

Der Augenoptikermeister

Sklerallinse bei Keratokonus: Wenn die Hornhaut sich wölbt – und plötzlich wieder klare Sicht möglich wird

Schwankende Sehschärfe, ständige Brillenwechsel, Schatten und Strahlenkränze beim Autofahren — wer Keratokonus hat, kennt diese Liste. Eine Sklerallinse kann oft das geben, was Brille und Standardlinsen nicht mehr schaffen: stabile, klare Sicht.

Eine exemplarische Geschichte aus unserer Beratung

Ein Kunde, Ende 20, Mediendesigner. Seit Jahren wechselten seine Brillenwerte mehrmals jährlich, sein Augenarzt hatte die Diagnose gestellt: Keratokonus, beidseitig — Stadium II rechts, III links. Formstabile Kontaktlinsen wurden angepasst, korrigierten zwar die Verzerrung, drückten aber nach drei Stunden so deutlich, dass er sie täglich gegen Mittag wieder herausnahm.

Bei uns im Augenoptik-Betrieb haben wir Sklerallinsen angepasst. Schon in der Probetrage-Phase: stabiler Sitz, kein Druckgefühl, klare Konturen am Bildschirm. Heute trägt er die Linsen 12 Stunden am Tag — durchgehend.

(Anonymisiertes, exemplarisches Beispiel — die geschilderten Verläufe sind typisch für Betroffene mit Keratokonus.)

Spaltlampenaufnahme eines Auges mit Keratokonus — sichtbare kegelförmige Hornhautvorwölbung
Im Spaltlicht sichtbar: die kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut beim Keratokonus.

Was passiert beim Keratokonus?

Beim Keratokonus wird die normalerweise gleichmäßig gewölbte Hornhaut nach und nach dünner und wölbt sich kegelförmig vor. Statt eines runden Fensters bekommt das Auge eine unregelmäßige Linse vorgesetzt — Lichtstrahlen werden gestreut.

Typische Anzeichen:

  • Häufige Brillenwerte-Wechsel ohne nachhaltige Besserung
  • Verzerrte Buchstaben, Doppelbilder bei nur einem Auge
  • Strahlenkränze („Halos“) und Geisterbilder, vor allem nachts
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Starker Augen-Reibe-Reflex (oft Mit-Auslöser, nicht nur Folge)

Die Diagnose stellt der Augenarzt mit Hornhauttopografie. Stabilisierende Verfahren wie Crosslinking sind ärztliche Maßnahmen — die kontaktlinsenoptische Versorgung bleibt davon unberührt und ist parallel oder im Anschluss möglich.

Die Stufenleiter der Korrektion

1. Brille. Funktioniert nur im frühesten Stadium. Sobald die Hornhaut unregelmäßig wird, kann eine Brille die Verzerrung nicht mehr ausgleichen.

2. Weiche Kontaktlinsen. Legen sich wie ein Tuch auf die Hornhaut — sie übernehmen deren Form, statt sie zu glätten. Bei Keratokonus daher meist nur eine Notlösung.

3. Formstabile Linsen (RGP). Lange der Goldstandard. Sie schaffen über den Tränenfilm eine glatte Optik — liegen aber direkt auf dem empfindlichen Kegel. Druck, Verrutschen und Erosionen sind häufige Gründe, warum Trägerinnen und Träger irgendwann an Grenzen stoßen.

4. Sklerallinse. Der konsequente nächste Schritt, sobald RGP nicht mehr getragen werden oder das Sehen nicht mehr genügt.

Warum die Sklerallinse bei Keratokonus so gut funktioniert

Eine Sklerallinse ist eine großflächige, hochsauerstoffdurchlässige Kontaktlinse mit 14–23 mm Durchmesser. Sie:

  • überbrückt die Hornhaut komplett, ohne sie zu berühren
  • liegt sanft auf der weißen Lederhaut auf
  • speichert ein Reservoir aus steriler Kochsalzlösung zwischen Linse und Hornhaut

Dadurch entsteht ein neues, optisch perfekt gewölbtes „Fenster“ vor dem Auge. Das Licht trifft auf eine glatte Brechungsfläche — und der Hornhautkegel spielt für die Sehqualität keine Rolle mehr.

Im OCT-Querschnitt sichtbar: die Sklerallinse überbrückt die Hornhaut, dazwischen liegt ein dünnes Flüssigkeitsreservoir.

Was Sie davon haben

  • ✓ Verzerrungen und Brillenwerte werden auf einen Schlag ausgeglichen
  • ✓ Tragezeiten von 10–14 Stunden auch im fortgeschrittenen Stadium
  • ✓ Kein Druck auf den Kegel, kein Verrutschen
  • ✓ Stabile Sicht — am Bildschirm, im Sport, im Straßenverkehr
  • ✓ Reversibel, ohne Operation, jederzeit abnehmbar

Wie läuft die Anpassung ab?

  1. Erstgespräch und Vermessung mit Topografie und Sklerascan
  2. Probetragen einer Diagnostiklinse, Feinjustierung der Maße
  3. Schulung zu Setzen, Absetzen und Pflege
  4. Nachkontrollen nach wenigen Tagen, dann nach 1–3 Monaten

Auf Wunsch tauschen wir uns mit Ihren behandelnden Fachärzten aus. In der Regel reichen zwei bis drei Anpassungstermine.

Wann ist es Zeit für eine Sklerallinse?

  • Wenn Brillenwerte sich auffällig oft ändern und die Sicht trotzdem unruhig bleibt
  • Wenn formstabile Linsen drücken, verrutschen oder die Tragezeit unter 8 Stunden fällt
  • Wenn der Augenarzt eine Hornhauttransplantation als Option genannt hat und Sie vorher konservative Möglichkeiten ausschöpfen möchten

Häufige Fragen

Tut das Einsetzen weh?

Nein. Die Linse berührt die empfindliche Hornhaut nicht und liegt auf der weniger sensiblen Lederhaut. Nach wenigen Tagen ist das Tragegefühl meist neutral.

Bekomme ich damit den vollen Visus zurück?

Bei vielen Betroffenen ja — oft besser, als sie es seit Jahren gewohnt waren. Wie weit, hängt vom Stadium und der Hornhautklarheit ab.

Funktioniert die Sklerallinse auch nach Crosslinking?

Ja. Crosslinking stabilisiert die Hornhaut, glättet sie aber nicht. Eine Sklerallinse macht die Sicht klar — die beiden Maßnahmen ergänzen sich.

Was kostet die Anpassung?

Wir sind Spezialisten für die Abrechnung. Bei gesetzlichen Krankenkassen kümmern wir uns um die komplette Abrechnung — Sklerallinsen sind als Hilfsmittel oft Vertragsbestandteil, und viele Kundinnen und Kunden sind überrascht, wie hoch die Kostenübernahme tatsächlich ausfällt. Bei privaten Versicherungen erstellen wir Ihnen einen detaillierten Kostenvoranschlag, mit dem Sie selbst die Zusage Ihrer Versicherung einholen. Den passenden Weg klären wir vor Ihrem ersten Termin gemeinsam mit Ihnen ab.

Anpassungstermin vereinbaren

In einem Erstgespräch prüfen wir, ob eine Sklerallinse für Sie infrage kommt. Auf Wunsch tauschen wir uns mit Ihren behandelnden Fachärzten aus.

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