Ablauf einer Sklerallinsenanpassung – Schritt für Schritt erklärt


Über 450 dokumentierte Sklerallinsenanpassungen · 12+ Jahre Erfahrung · Frankfurt & Hochheim
Viele Patienten kommen mit einer Frage zu mir: „Werden Sklerallinsen mein Problem endlich lösen?“ Meine Antwort ist immer ehrlich. Ich verspreche Ihnen keine Wunder – ich verspreche Ihnen eine Versorgung, die wirklich für Ihr Auge gemacht ist. Auf dieser Seite erkläre ich Ihnen Schritt für Schritt, wie eine Sklerallinsenanpassung bei mir in Frankfurt und Hochheim abläuft – und was Sie realistisch erwarten dürfen.

Schritt 1: Erstgespräch und Anamnese
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Ich möchte verstehen, was Sie zu mir führt: Haben Sie eine Diagnose wie Keratokonus, PMD oder eine Hornhautnarbe? Sind Sie nach einer LASIK unzufrieden? Leiden Sie unter trockenen Augen oder GvHD? Haben Sie schon formstabile oder weiche Linsen getragen – und wenn ja, woran sind sie gescheitert?
Parallel klären wir das Organisatorische: Liegt eine Sehhilfenverordnung Ihres Augenarztes vor, prüfe ich sofort, welche Leistungen Ihre Krankenkasse übernimmt, und erstelle Ihnen einen elektronischen Kostenvoranschlag (eKV). So wissen Sie vor der ersten Ausgabe, was finanziell auf Sie zukommt – transparent und ohne Überraschungen.
Schritt 2: Präzise Hornhautdiagnostik – und warum ich auf diese Geräte setze
Eine Sklerallinse kann nur so gut sein wie die Messung, die ihr zugrunde liegt. Deshalb investiere ich bewusst in Diagnostik der Spitzenklasse – und messe jede Hornhaut mit zwei unabhängigen Systemen. Das klingt aufwendig, ist aber entscheidend: Nur so entdecke ich Abweichungen, die einem einzelnen Gerät entgehen würden.
Pentacam HR (Oculus) – das 3D-Modell Ihres Auges

Die Pentacam HR rotiert in knapp zwei Sekunden um Ihr Auge und misst dabei über 138.000 echte Elevationspunkte – nicht berechnet, sondern direkt gemessen. Daraus entsteht ein vollständiges 3D-Modell von Vorder- und Rückfläche der Hornhaut, eine Dickenkarte von Limbus zu Limbus und das Corneo-Skleral-Profil (CSP). Genau dieses CSP ist mein Schlüssel zur Wahl des richtigen Linsendesigns – und der Grund, warum ich bei torischem oder asymmetrischem Skleraprofil sofort weiß, welche Linsengeometrie zum Ziel führt.
OCT MS-39 (CSO) – Schnittbild statt Oberflächenspiel
Während die Pentacam die Geometrie liefert, schaut das OCT MS-39 durch die Hornhaut hindurch. Mit einer Auflösung von wenigen Mikrometern sehe ich Schichten, Narben, Hydropsreste und – ganz wichtig für Sklerallinsenträger – den Tränenfilm-Abstand unter der Linse. So kann ich exakt dokumentieren, ob Ihr Reservoir ausreicht, ob eine Auflage droht, ob der Rand sauber sitzt. Das macht den Unterschied zwischen „passt irgendwie“ und „passt objektiv messbar“.

Spaltlampe in Frankfurt und Hochheim – die klinische Kunst
An beiden Standorten beurteile ich an der Spaltlampe, was kein Gerät ersetzen kann: Tränenfilmqualität, Lidschlussverhalten, Bindehaut, Augenoberfläche, Fluoreszeinbild. Besonders wichtig für Sklerallinsenträger ist der optische Schnitt mit Fluoreszein: Darin sehe ich das Tränenreservoir zwischen Linse und Hornhaut in Echtzeit, erkenne eine drohende Auflage genauso wie einen Hydropsrest und kann den Linsensitz anhand meiner über 12 Jahre Erfahrung mit Sklerallinsen in Sekunden einordnen. Geräte liefern Zahlen – die klinische Bewertung liefert den Kontext. Erst aus beidem entsteht die Entscheidung.

Schritt 3: Auswahl der Probelinse
Auf Basis der Messdaten wähle ich eine Probelinse aus meinem Anpassset. Sklerallinsen werden nach Durchmesser, sagittaler Tiefe (Vault), Haptikdesign und Optikzone individuell konfiguriert. Die erste Linse ist ein Ausgangspunkt – kein fertiges Ergebnis, und das ist Absicht.
Ich setze die Probelinse auf, Sie tragen sie ca. 20–30 Minuten, damit sie sich stabilisiert. Dann beurteile ich unter Spaltlampe und OCT: Wie sitzt die Linse? Wie viel Tränenreservoir hat sie zur Hornhaut? Gibt es Druckstellen am Rand? Ist der Sitz über die Sklera gleichmäßig – oder kippt sie in einen Quadranten?
Schritt 4: Feinanpassung und Bestellung
Selten passt die erste Probelinse bereits perfekt. Meist sind ein bis zwei Anpassschritte notwendig, um sagittale Tiefe, Randgestaltung oder Optikzone zu optimieren. Erst wenn Sitz und Sehqualität stimmen, wird Ihre individuelle Linse beim Hersteller bestellt. Lieber einen Termin mehr, als eine Linse, die nicht sitzt.
Welche Sklerallinsentypen setze ich ein?
Kein Auge ist wie das andere – und keine Linse passt für alle. Je nach Befund aus Pentacam-CSP, OCT und Spaltlampe wähle ich aus einem kompletten Portfolio:

- Rotationssymmetrische Sklerallinsen – der Klassiker. Gleichmäßiges Skleraprofil, stabiler Sitz, oft erste Wahl bei moderatem Keratokonus.
- Torische Sklerallinsen – bei torischem Skleraprofil oder Residualastigmatismus. Gleichen asymmetrische Zonen aus und reduzieren Rotation.
- Asymmetrische Sklerallinsen – wenn die Sklera in einer Richtung stärker abfällt als in der anderen. Verhindern Druckstellen und Sogwirkung.
- Quadrantendifferente Sklerallinsen – individuelle Parameter in jedem der vier Quadranten. Für Augen, deren Skleraprofil in alle Richtungen unterschiedlich ist.
- Freiformsklerallinsen – numerisch gefräste Hinterfläche, die exakt der individuellen Anatomie folgt. Die Königsklasse, wenn alle anderen Designs an ihre Grenzen kommen.
Meine Aufgabe ist nicht, Sie in eine Linse zu pressen – sondern aus der passenden Geometrie heraus ein Ergebnis zu bauen, das Ihnen dient.
Schritt 5: Einweisung und Umgang
Wenn Ihre fertige Linse geliefert wird, nehme ich mir die Zeit, Ihnen das Einsetzen, Abnehmen und Pflegen in Ruhe beizubringen. Das Einsetzen einer Sklerallinse ist gewöhnungsbedürftig – aber nach wenigen Übungstagen schafft es die überwältigende Mehrheit meiner Patienten sicher und entspannt. Ich erkläre Ihnen, welche Kochsalzlösung zum Befüllen geeignet ist und welche Pflegeprodukte Ihre Linse langfristig klar halten.
Schritt 6: Nachsorgetermine
Nach 2–4 Wochen Trageerfahrung sehen wir uns zur ersten Nachsorge. Ich beurteile erneut den Linsensitz, frage gezielt nach Ihrer Trageerfahrung, bewerte Hornhaut und Bindehaut unter Linsenbelastung – und passe nach, wenn nötig. Bei stabilen Befunden genügen danach jährliche Kontrollen. Bei progressiven Erkrankungen wie Keratokonus engmaschiger, abhängig vom Verlauf.
Was Sie realistisch erwarten dürfen – und was nicht
Ehrlichkeit ist der wichtigste Teil meiner Arbeit. Sklerallinsen sind eine oft lebensverändernde Versorgung – aber kein Zaubertrick. Was Sie von mir erwarten dürfen:
- Tragezeit: Die meisten Patienten tragen ihre Sklerallinsen den größten Teil des Tages beschwerdefrei. Garantieren kann ich Ihnen das aber nicht. Faktoren wie Tränenfilm, Lidspalte, Augenoberfläche und Tagesform spielen mit. Manche Patienten tragen 14 Stunden, manche 8 – beides kann ein sehr gutes Ergebnis sein.
- Fremdkörpergefühl: Ein leichtes Fremdkörpergefühl kann gerade in den ersten Tagen oder nach längerer Tragezeit normal sein. Ein schmerzhaftes oder zunehmendes Fremdkörpergefühl ist es nicht – dann sehen wir es uns gemeinsam an.
- Sehqualität: Eine gut sitzende Sklerallinse liefert oft eine Sehqualität, die Sie mit Brille oder weichen Linsen nie für möglich gehalten hätten. Aber sie macht keine 100 %, wenn die Hornhaut vernarbt ist.
- Meine Verpflichtung: Ich versorge Sie so, dass es Ihnen hilft. Wenn eine Sklerallinse für Sie nicht die richtige Lösung ist, sage ich es – und wir finden gemeinsam den besseren Weg.
Wie lange dauert der gesamte Prozess?
Von der Erstdiagnostik bis zur fertigen, alltagstauglichen Sklerallinse dauert es in der Regel 4–8 Wochen – abhängig davon, wie viele Anpassschritte notwendig sind und wie schnell der Hersteller liefert. Die meisten Patienten sind spätestens nach dem zweiten Anpasstermin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Häufige Fragen (FAQ)
Tut das Einsetzen weh?
Nein. Beim korrekten Einsetzen berührt die Linse die Hornhaut gar nicht – sie schwebt auf einem Tränenreservoir. Ungewohnt ist es anfangs, schmerzhaft nicht.
Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?
Bei medizinisch indizierter Versorgung (z. B. Keratokonus, PMD, Zustand nach Keratoplastik) oft ja. Ich erstelle Ihnen vor der Anpassung einen Kostenvoranschlag für Ihre Kasse.
Was mache ich, wenn die Linse mal nicht sitzt?
Sie rufen mich an. Nachsorge ist keine Kür, sondern Teil der Versorgung. Wir passen nach, bis es passt.
Nächster Schritt: Termin vereinbaren

Mit über 450 dokumentierten Sklerallinsenanpassungen habe ich diesen Prozess unzählige Male begleitet. Ich weiß, wo es hakt, wo Geduld gefragt ist – und wie man am Ende zu einer Linse kommt, die wirklich passt.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sklerallinsen für Sie in Frage kommen – oder Sie einfach eine zweite, ehrliche Meinung brauchen – dann vereinbaren Sie jetzt Ihren Ersttermin in Frankfurt oder Hochheim.